GASTBEITRAG
Geranium robertianum – ein stinkendes Geheimnis wird gelüftet
Zuerst einmal ein natürliches Willkommen bei mir, der Kräuterelfe Sabrina. Ich freue mich, dass ihr Interesse an mir und meinen Inspirationen habt. Tragt euch gerne in meinen Newsletter ein, der euch (noch) unregelmäßig allerlei Wunderbares aus der Natur berichten wird.
Was sich fast wie ein Zauberspruch anhört, ist der Name eines fast unscheinbaren (Un-)Krautes, was ich jetzt erst kürzlich – dank meiner Weiterbildung zur Kräutererlebnispädagogin – entdeckt habe.
Nun aber zu meinem stinkenden Geheimnis
Ganz ohne Zweifel gab es auch bei mir eine Zeit, bevor ich zur Natur gefunden habe oder sie zu mir. Jahrelang habe ich mich über vermeintliches Unkraut geärgert, was sogar bei mir in der Stadt bis heute immer wieder durchkommt. Ja, sogar teilweise durch den Beton und sogar in Pflanzkübel, die ich ganz neu befüllt habe. Also habe ich es in der Vergangenheit immer wieder ausgerissen und es kam immer wieder, gut so, wie ich heute weiß.
Denn hast du zu viel Unkraut, hast du nicht genug davon aufgegessen.
Dieses Jahr sind meine Pflanzkübel voll von einem Kraut: wie sich durch App und weitere Recherche feststellen ließ, handelt sich es um Geranium robertianum, nämlich den Stinkenden Storchenschnabel. Über die Botanik möchte ich nicht viele Worte machen, das Wissen ist nützlich, aber mich interessiert, was das Kraut kann. Und zwar nicht nur, ob es genießbar ist, vielleicht sogar gut schmeckt, sondern ob es mir und meiner Familie nützlich und hilfreich sein kann.
Man findet allerhand Gutes über den stinkenden Storchenschnabel in der Literatur: Traditionell soll er zum Beispiel als Heilmittel gegen Frauenleiden, Zahnschmerzen, Prellungen, Fieber, Gicht und Durchfall eingesetzt worden sein. Wegen des charakteristischen Geruchs, wird er heute auch zur Mückenabwehr eingesetzt. Auch findet er im Bereich Nieren in der Homöopathie Anwendung.
Ich allerdings bin bei meiner Recherche über etwas Feinstoffliches gestoßen: Geranium robertianum ist laut Roger und Hildegard Kalbermatten ein „Notfallmittel erster Güte. Bei akuten Schockzuständen tritt eine Wirkung innerhalb von Sekunden auf.“ Es wird beschrieben, dass der Storchenschnabel nicht nur physisch, sondern auch psychisch entgiften helfen kann.*
Pflanzliche Urtinkturen
In ihrem Buch „Pflanzliche Urtinkturen“ beschreiben die Autoren den stinkenden Storchenschnabel und seine Vorzüge noch genauer. Diese Beschreibungen der verschiedenen Kräuter als Urtinkturen haben mich so sehr beeindruckt, dass ich mich direkt aufgemacht habe, um meine eigenen Urtinkturen herzustellen, damit sie mir und meinen Lieben im Notfall behilflich sind.
Eine Urtinktur herzustellen ist eigentlich ganz einfach. Wenn man sie beispielsweise in der Apotheke kauft, sind natürlich deren Herstellungsverfahren und eine gewisse Quote der Inhaltsstoffe gewährleistet, was bei der Eigenherstellung sehr stark variiert und daher zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne selbst aktiv sein und probiere es aus.
Ich befülle also ein ausgewaschenes Marmeladenglas mit dem Kraut, zerstampfe es kurz, gebe hochprozentigen Alkohol dazu und verschließe das Ganze. Für mindestens 4 Wochen darf es nun an einem warmen Ort, unter täglichem sanftem Schütteln, ausziehen. Danach siebe ich es ab und fülle es in eine Braunglasflasche mit Tropfverschluss oder Pipette. Und schon ist mein eigenes Notfallmittel fertig. Bin gespannt, wie es bei Bedarf wirkt. Vielleicht habt ihr Lust, es selbst auszuprobieren?
Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte!
Von Herzen grüne Grüße,
eure Kräuterelfe Sabrina
* Zitate und Erklärung entnommen aus:
Kalbermatten, Roger und Hildegard: Pflanzliche Urtinkturen – Wesen und Anwendung, AT Verlag: 2018.